Mittwoch, 18. März 2015

Gastbeitrag zur Sofi 2015: Diese "Hausmittelchen" eignen sich NICHT zur Sonnenbeobachtung!

Gastbeitrag von Ch. Bartzsch, Sternfreunde Riesa



Hallöchen!

Ich hatte mal an der Uni die Möglichkeit mit dem Spektralphotometer zu arbeiten und konnte das Spektrum einer Rettungsfolie aufnehmen.

Rettungsfolie als Sonnenfolie?

Eine Rettungsfolie ist in jedem Verbandskasten zu finden, doch taugt sie auch als Filterfolie zur Sonnenbeobachtung? Es wurde mit einem Spektralphotometer eine Transmissionsmessung im Wellenlängenbereich zwischen 300 nm und 800 nm durchgeführt. Mit diesem Gerät lässt sich die Transmission bzw. die optische Dichte von durchlässigen Materialen / optischen Filtern bestimmen. Dabei kann die optische Dichte im Bereich zwischen 0 und 2,5 gemessen werden, was einen Transmissionsgrad von 100% bis etwa 0,3% entspricht. Es war es zumindest möglich, das Transmissionsspektrum einer einlagigen Rettungsfolie zu messen.

Bild Nummer
Wie man sieht, ist diese Folie für die Sonnenbeobachtung vollkommen ungeeignet, da immer noch 1-2% Licht im Messbereich zwischen 300nm und 800 nm durchkommt. Die Messung mit einer zweifach-übereinander gelegten Rettungsfolie klappte leider nicht, weil die Messung von einer optischen Dichte unterhalb von 2,5 nicht möglich ist und kommt damit an die Nachweisgrenze. Hier wird schon bereits mehr als 99,7% absorbiert, welches aber für die sichere Sonnenbeobachtung immer noch nicht ausreichen ist. Der markierten Gefahrenbereich entspricht von der Seite http://www.sonnen-filter...er-1/BVA-Empfehlung.gif . Wie zu erkennen ist, darf nur etwa 1/1000% vom Licht im sichtbaren Spektrum durchkommen, der für eine sichere Sonnenbeobachtung notwendig ist.

Fazit:

Eine Rettungsfolie / -decke schützt den Körper vor Unterkühlung, eine richtige CE getestete und zertifizierte Sonnenfilterfolie schützt die Augen während einer Sonnenbeobachtung. Die Rettungsfolie ist NICHT für den Filterzweck gedacht, da sie nie als optische Komponente entwickelt wurde. Denn die Rettungsfolie ist neben den sichtbaren Spektrum auch im Infrarot- und UV-Bereich durchlässiger, als man es überhaupt mit dem Augen bemerken würde. Daher ist diese Rettungsfolie nicht geeignet!



CD als Ersatzsonnenfilter?

CD/DVD-Rohlinge können oft in Geschäften mit Elektronikabteilungen erworben werden, doch taugt sie auch als Filterersatz zur Sonnenbeobachtung? Es wurde mit einem Spektralphotometer eine Transmissionsmessung im Wellenlängenbereich zwischen 300 nm und 800 nm durchgeführt.

Bild Nummer
Das Spektrum einer CD zeigt unmissverständlich klar, dass die CD sogar im UV-Bereich mit etwa 3% durchlässiger ist als im sichtbaren Spektrum zwischen 400 und 700 nm. Selbst wenn 2 CDs hintereinander gehalten werden, ist der Transmissionsanteil im UV immer noch größer als im sichtbaren Bereich. Außerdem erscheint das Bild dabei immer noch zu hell und extrem flau. Wie man sieht, ist die CD für die Sonnenbeobachtung vollkommen ungeeignet und sollte auf keinen Fall verwendet werden. Der markierte Gefahrenbereich entspricht von der Seite http://www.sonnen-filter...r-1/BVA-Empfehlung.gif. Wie zu erkennen ist, darf nur etwa 1/1000% vom Licht im sichtbaren Spektrum durchkommen, der für eine sichere Sonnenbeobachtung notwendig ist.

Fazit:


Die CD-Rohlinge sind nicht für den Filterzweck hergestellt worden und gehören auch nicht im Sortiment zur Sonnenfinsternisbeobachtung. Besonders erschreckend ist der durchlässigere Anteil im UV-Bereich unterhalb von 400 nm. Denn das menschliche Auge kann keine ultravioletten Strahlung sehen. Wer über keine CE getestete und zertifizierte Sonnenfilterfolie oder auch keine SOFI-Brille verfügt, sollte sich auf keine Experimente einlassen. Der Besuch eines astronomischen Sternwartenvereins ist vorziehen.


Viele Grüße

Christian

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