Freitag, 9. Juli 2010

Julinächte in Hemdsärmeln I

NA, ENDLICH ! Es geht auf Neumond zu UND es gibt ein bisschen Himmel ohne Wolken... Man soll´s nicht glauben ;)
Die vergangen beiden Nächte gab´s wieder was zu kucken und da hab ich mich nicht Bitten lassen. Nachdem Benny und ich vor einigen Tagen im Westtaunus unter geschlossener Wolkendecke unterwegs waren ist es nun zweimal hintereinander richtig nett geworden. Mittwoch auf Donnerstag verbrachte ich ausnahmsweise ohne rauszufahren auf der Terrasse, Do. auf Fr. aber ging es dann wieder ins BennyLand und es wurde in geselliger Runde beobachtet.... Aber der Reihe nach:

Die erste Nacht begann im JanEtarium. Schnell war aber klar, daß der Himmel mehr zu bieten hatte und so bin ich fix umgesiedelt.

Der Cirrusnebel, ein Supernovaüberrest fürs Fernglas im Sternbild Schwan.
Bild aus Wikisky.org

Nachdem ich kontrolliert hatte ob der "Nordamerikanebel" NGC 7000 noch an Ort und Stelle und der Supernovaüberrest bekannt als "Cirrusnebel" noch am strahlen ist (JA!) ging es zunächst auf die Suche nach einigen Dunkelnebeln in der Milchstraße.

Barnard´s "E" im Sternbild Adler
Bild aus Wikisky.org

Den Anfang macht die Kombi aus B 142/143 in AQL. Diese Kombination aus zwei dunklen Staubwolken vor dem Sternenmeer der Milchstraße ist direkt neben den beiden Hauptsternen zu finden. Unten links im Bild ist ATAIR zu sehen, der hellste Stern im "Adler" und Teil des Sommerdreiecks aus DENEB im Schwan, Vega in der Leiher und eben Atair selbst.
Stellt man den etwas weniger hellen, gelberen Stern aus dem Gesichtsfeld des Fernglases/Teleskops so entdeckt man bereits auf den ersten Blick die satt abgesetzte Staubwolke B 142 in einer liegenden U-Form. (Neien ! Wie ein C sieht es nicht aus :P )
Bei genauerem Hinsehen und etwas weniger abgesetzt kann man mit kleiner Optik den darunterliegenden Staubstreifen B 143 ausmachen und das ganze im grossen steht wirklich auffällig wie ein fettes "E" am Himmel. Hence the name...

Danach wieder zurück in den Schwan, denn auch hier gibt es eine auffällige Dunkelzigarre, namentlich B 168, die auch "Road to Cocoon Nebula" genannt wird. Sie verläuft direkt vom Sternhaufen M39 bis hin zum Cocoonnebel und kann so zur Aufsuche desselben genutzt werden.


B 168 im Schwan, auch "Straße zum Cocoonnebel" oder schlicht "Dunkelzigarre" genannt.Bild aus Wikisky.org


Den bekanntesten der Barnardschen Dunkelnebel kennt wohl selbst der astronomische Laie:
Barnard 33, auch als Pferdekopfnebel bekannt ;)

Hm...war das hier nicht mal ein GalaxienkuckerBlog ??
Entschuldigung, lieber Leser - im Sommer ist halt eher Nebelzeit... Aber als nächstes gab es natürlich ein Paar Galaxien auf die Retina! Nach den üblichen Leuchttürmen im oder in der Nähe des Grossen Wagens (M81/82, M51 und M101) schwenkte ich das 20x80 in die Region zwischen Bärenhüter Bootes und dem Schwanz der Bärin. Die dort gerade wegsackenden Galaxien M94, NGC 4631 und das kleine Pärchen aus NGC 4490 und 4485 das Benny mir jüngst gezeigt hatte wollte noch zum Abschied gewunken haben.

Viel los dort: Aufsuchkarte aus der Deepsky Datenbank von Astroinfos.net

Nach weiteren kurzen Spaziergängen im Zenit war nun auch das Sternbild Pegasus hoch genug am Himmel und es packte mich ein wenig der Wahnsinn: Derart auffällig, wie die Galaxie NGC 7331 - der Schlüssel zur Aufsuche von "Stephan´s Quintett" - gewöhnlich im Übersichtsokular zu sehen ist sollte diese doch eigentlich auch im Fernglas zu erbeuten sein....

Gesagt, getan: Das Feld noch fix mit dem 10x50 erforscht und anschliessend "Das Grosse" draufgehalten. Mit ein wenig Augenverbiegen bin ich der Galaxie tatsächlich auf die Spur gekommen. Im indirekten Sehen war die Galaxie wirklich zweifelsfrei...naja...zu erahnen ;)
Ich kann sie aber als gesehen buchen, da hier kaum ein Irrtum möglich ist.

Hier noch ein bissi, da noch ein bissi spazierengekuckt, dann wurde der aufgehende Mond langsam heller und machte weitere Versuche etwas neues zu entdecken wie immer unmöglich.
Aber es gab ja noch eine Nacht.....


Gruß aus dem JanEtarium und bis gleich

Der Jan

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