Donnerstag, 1. Juli 2010

Enthunzungen...

Endlich wieder was zu verbloggen :)
Zwar wurde nur am Rande beobachtet, aber der Erfolg in anderen Disziplinen rechtfertigt den Eintrag allemal:

Benny H. - Bekannter, Sternfreund, mein Mitbeobachter, Betreiber von www.Taunus-Astronomie.de und seit nahezu zwei Jahren täglicher Wegbegleiter in Schriftform, der Präsentere meiner beiden Mentoren in Sachen Astro - hatte sich erfreulicher Weise mal wieder im JanEtarium eingefunden. Es galt seinem erst kürzlich fertig erbauten 12"er endlich ins Martini-Kleidchen zu helfen...

Einiges lag im Argen: So befand sich beispielsweise der Fokuspunkt in dem die zum Einsatz kommenden Okulare scharf zu stellen sind viel zu weit innerhalb des Okularauszugs. Simpel gesprochen: Das Teleskop war in sich zu lang. Bei einem Volltubus-Teleskop wie dem meinen eine komplizierte Operation, bei einem Gitterrohrtubus wie Benny ihn künftig schwenkt allerdings um Klassen einfacher zu lösen, wenn man präzise arbeitet.

Schritt 1 vollbracht, nur zu hochbeinig ist "Sie" noch...

Glücklicher Weise war die benötigte Ablängung schon recht genau berechnet, sodaß ich eigentlich nur noch die Säge auspacken musste ;) Gesagt, getan - nach dem üblichen (aber nicht minder herzlichen) Empfangs-Hallo ging es ans Werk und keine halbe Stunde später waren wir bereit zum testen. Teleskop zusammengebaut, ab in den Hof und ausprobiert. Was soll ich sagen: PASST :) Sowohl intra- als auch extrafokal kommt man auch mit kritischen Okus zu einer knackscharfen Abbildung UND es bleibt in beide Richtungen sogar noch Fokusweg übrig....

Die Forensik zum zweiten Problem brachte direkt noch ein drittes zu Tage:
Das Teleskop war durch den schweren Spiegel arg hecklastig - grob gewogen hätte man DREI KILO Gewicht verbasteln müssen um die Balance des ganzen herzustellen ! Also musste der Schwerpunkt neu berechnet und die Höhenlager versetzt werden.

Bei den Tests hierzu zeigte sich, daß die Martini-Höhenräder von Ihrem Erbauer recht wackelig, geradezu fahrlässig instabil, zur Montage vorbereitet worden waren. Einmal nicht aufgepasst, schon hüpft das ganze Teleskop beim flacheren Neigen aus der Führung der Rockerbox... DAS kann so nicht bleiben.

Die eigentliche OP verlief völlig schmerzfrei....ging ja "nur" ums bohren von 4 Löchern. Allerdings ist die Schwerpunktfindung bei einem solchen Scope nicht ganz unknifflig und bereitete uns einiges Kopfzerbrechen. Um den geneigten Leser nicht allzu sehr zu langweilen:

Wir hams hingekriegt und auch der Balancepunkt sitzt nun PERFEKT :)

Selbst mit meinem Monster Übersichts-Okular nickt das Teleskop nicht nach vorne weg und wenn der Sucher später montiert ist sackt es beim Wechsel auf leichtere Linsen auch nicht nach hinten nach.

Trommelwirbel:

Da steht sie nun und blickt stolz zur Venus...

Einen ersten Test wollten wir uns natürlich nicht nehmen lassen - auch wenn der Himmel indiskutabel war wurde die frisch gebackene 12"erin auf den Feldweg geschleift und gen flach stehender Venus geschwenkt...Boah, wie langweilig :P Aber für Benny an diesem Abend wohl der schönste Anblick der Welt ! Als klar war, daß wirklich alles geklappt hat vollzog Benny noch die Taufe seines neuen Geräts:


Hypatia heißt Sie nun...


Fazit: Operation gelungen, Patientin ENDLICH fertig, Mitbeobachter glücklich gemacht !
Was will man mehr. Einen kleinen Gratulations-Thread gibt es HIER zu lesen.


Gruß aus dem JanEtarium und klaren Himmel wünscht


Der Jan

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