Montag, 4. Januar 2010

Wasgibtsdenndazusehen ? III

Mit meinem ersten Teleskop ging für mich ein Traum in Erfüllung und mein Leben wurde entscheidend bereichert. Selbst gekauft habe ich es mir nicht einmal – es war ein Weihnachtsgeschenk meines Vaters...nachdem ich dem Alter für derartige Geschenke eigentlich schon 25 Jahre entwachsen war.

Der Effekt war nicht minder dramatisch: Was ich mir in den 15 Jahren zuvor schon in der Theorie erlesen hatte – Stephen Hawking sei Dank befasste ich mich mit dem Thema schon seit geraumer Zeit – rückte nun in greifbare Nähe und wurde anschaulich.

Nach dem sehen und entdecken kam das erkennen, aber das staunen hörte nie auf.

Etwas länger als ein halbes Jahr sammelte ich Erfahrungen mit der kleinen Öffnung meines Erstteleskops, einem Meade ETX-70. Dann war es Zeit richtig hin zulangen : Ich gönnte mir selbst einen 10-Zöller. Ein Newton-Teleskop auf einer Dobson-Montierung, also nur „hoch, runter, links, rechts"...ohne automatische Nachführung, GoTo-Schnörkel und Ausgleich der Erdrotation und relativen Polhöhe – Beobachten PUR.

Aber was schaust Du Dir denn nun an ?“

Die schon erwähnte Liste von Charles Messier bietet in einem Teleskop dieser Größe schon eine Fülle an wirklich sichtbaren Details. Kugelsternhaufen präsentieren sich schon aufgelöst, Galaxien zeigen ihre Staubbänder und gar Objekte innerhalb entfernter Galaxien sind schon auszumachen. Manche Planetarischen Nebel zeigen Farbe – wenn auch nur schwach – und die feinen Strukturen galaktischer Nebel strahlen auf einen hernieder.

Galaxien haben es mir am meisten angetan, weshalb ich den Mond bei der Planung meiner Beobachtungen meide, wie der Teufel das Weihwasser. Dieser überstrahlt die schwachen Deepsky-Objekte, die die Lichtverschmutzung des nahen Frankfurt/Main übrig lässt dann zur Gänze und verdirbt mir allzu oft den Spaß.

Derzeit befasse ich mich beobachterisch mit Galaxien auf den Listen die von Sir Patrick Moore (Caldwell) und William Herschel (Herschel 400 I+II) zusammengestellt wurden. Auch der von Halton Arp publizierte Katalog von wechselwirkenden, also sich gravitationell beeinflussenden Galaxien ist faszinierend und immer wieder eine Quelle spannender Ziele. Dies verfolge ich auch recht systematisch und konzentriert, allerdings schaue ich dann und wann natürlich über den Tellerrand hinaus:

Die Galaxiengruppen des Hickson-Katalogs, die ich mit meinem Teleskop erreichen kann sind dünn gesäht, aber stets eine willkommene Herausforderung. Pärchen, Triplette und Gruppen von vier, fünf und mehr Galaxien, die gleichzeitig im Okular zu sehen sind begeistern mich immer wieder. Planetarische Nebel und Galaxienhaufen, die George Abell katalogisiert hat.... Barnards Dunkelwolken....



Die Möglichkeiten sind nahezu endlos...

Aber es kuckt ja wieder keiner.



Gruß und Klaren Himmel

Der Jan

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