Montag, 4. Januar 2010

Wasgibtsdenndazusehen ? II

Seit ich den Sternenhimmel zum ersten Mal durch ein Teleskop sah, ging von ihm eine für mich unglaubliche, fast (Nein...bestimmt) magische Faszination aus. Das erkunden des Himmels und beobachten der Deepsky Objekte, die Charles Messier in seiner Liste von nebulösen Objekten zwecks Ausschluss bei der Kometenjagd zusammengestellt hat, hat mein Leben entscheidend verändert. Ich war einfach nicht mehr „Der Selbe“.


Mit wachsender Begeisterung und Erfahrung erschlossen sich mir immer neue Details und das entdecken von neuem und erstaunlichem wird wohl den Rest meines Lebens weiter gehen, denn es gibt einfach viel zu viel zu sehen, als das man in einem einzigen Menschenleben den ganzen Himmel mit all seinen Schönheiten abgrasen könnte.

Eine weitere einschneidende Erfahrung war, dies auch mit dem Fernglas zu tun.

Ich war völlig von der Rolle, wie viele der Objekte, die ich im Teleskop schon beobachtet hatte auch im Fernglas zu sehen waren. Derzeit benutze ich 3 verschiedene Gläser zum spazierensehen, wie auch zum durchaus ernsthaften beobachten.

Schon mit einem günstig (€ 20.-) zu habenden Fernglas, wie einem 10x50 (10-fache Vergrößerung, 50mm Linsendurchmesser) sind nahezu alle Messier-Objekte zu sehen. Um sich einen Überblick am Nachthimmel zu verschaffen kenne ich nichts besseres – außer einem besseren Glas.

Wichtig sind neben einem dunklen Fleckchen vor Allem Ruhe und nötigenfalls ein kleines Stativ, oder wenigstens ein Besenstiel um dem unvermeidlichen, da unwillkürlichen wackeln durch das zittern der Muskeln entgegen zu wirken.

„Aber was schaust Du Dir denn nun an ??“

Nun, da wäre zum Beispiel der

Mond, mit dem Fernglas treten hier schon die ersten Krater und Gebirgsketten zu Tage (...äh, sagt man in diesem Fall „zur Nacht“ ? ;) ). Die durch Asteroideneinschläge vernarbte und durch tektonische Veränderungen zerfurchte Landschaft unseres Trabanten lässt wohl wirklich niemanden kalt. Zum ersten Mal blickt man auf eine fremde Welt außerhalb der unseren und aus dem Stehgreif ist selten jemandem mehr als ein WOW zu entlocken – es herrscht meist überraschte Stille.

Die Messier-Objekte, eine bunte Mischung aus Sternhaufen – offen, oder kugelförmig – galaktischen Nebeln (Sternenstaub), planetarischen Nebeln (Sternleichen), Supernovaüberresten und anderen, teils unglaublich weit entfernten Galaxien können schon mit diesem kleinsten aller astronomischen Hilfsmittel erfolgreich und mit Genuss beobachtet werden. Klein, aber definitiv sichtbar sind diese Glanzlichter des Himmels immer einen Schwenk mit der „Sternenbrille“ wert.

Die Planeten sind im Fernglas schon mit ersten Andeutungen von Details zu erspähen: Venus offenbart Ihre Phasen, Jupiter präsentiert die vier galileischen Monde und Saturn kommt als "Planet mit Ohren" daher - seine Ringe sorgen hier für einen wunderbaren Anblick. In jedem Fall werden aus Pünktchen schon Bällchen und sogar reine Galaxienfans wie ich kommen hier aus dem Staunen nicht mehr raus.


Die Möglichkeiten sind nahezu endlos...

Aber es kuckt ja wieder keiner.



Gruß und Klaren Himmel

Der Jan

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